DigitDia Universalmagazin 100

04.02.13

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Technik Ecke - Gastbeiträge

Universalmagazin für 100 Dias

Werner Knopf hat sich Überlegungen zu dem Thema "wie kann ich mehr als 50 Dias aus einem Universal-Magazin scannen" gemacht. Entstanden ist eine beeindruckende Selbstbaulösung, die Werner nachstehend ausführlich beschreibt:

Da ich bei ca. 13.500 zu digitalisierenden Dias nur eine Minderheit CS-gerahmte Bilder habe und außerdem alle Bilder in Universal-Magazinen archiviert sind, stellte sich die Frage, wie man große Mengen (der Reflecta DigitDia kann schließlich 100 Bilder am Stück scannen) Bilder ohne häufiges Magazinwechseln einscannen kann, auch wenn keine CS-Rahmen bzw. -Magazine Verwendung finden. Ein Universal-Magazin hat schließlich nur eine maximale Kapazität von 50 Bildern. Sofern die Bilder CS-gerahmt sind, könnte man sie natürlich auch in ein 100er-CS-Magazin umschichten, was aber sehr umständlich ist, weil man das aus dem Universal-Magazin heraus nicht einfach durch Umschütten bewerkstelligen kann. Vielmehr muss dazu jedes Bild einzeln in die Hand genommen und in das Magazin eingeschoben werden (nach dem Scannen das Gleiche natürlich wieder in der anderen Richtung!).
 
Die Lösung ist ein extragroßes Universal-Magazin, das 100 Bilder aufnehmen kann:

Komplettansicht Universalmagazin 100 (Klick auf das Bild öffnet größere Ansicht)

Dieses Magazin ist aus zwei 50er Magazinen entstanden, die an den Enden entsprechend abgesägt und abgeschliffen wurden, so dass sie mit einem Polystyrol-Kleber derart zusammengeklebt werden konnten, dass ein doppelt so langes Magazin entstand. Beim Vorbereiten der Magazine ist natürlich genau auf Rechtwinkligkeit und Einhalten des Rastermaßes zu achten:

Zwei Magazine verbunden   

(Krümmungen auf den Bildern sind durch Verzerrungen bei den Makro-Aufnahmen entstanden)
 
Beim Verkleben leistet ein Alu-Winkel (in meinem Fall 30 x 30 mm) gute Dienste. Er gewährleistet, dass sich das große Magazin nicht verzieht, während der Kleber aushärtet. Dazu wird das Magazin nach dem Verkleben mit Zwingen in den Winkel gespannt.
 
Der einwandfreie Lauf des neuen Magazins durch die Scanner-Mechanik muss eingehend überprüft werden. Davor ist es erforderlich, Grate und Späne, die bei der Bearbeitung des Polystyrols entstehen, sorgfältig zu entfernen.
 
Durch die Überlänge des Magazins entsteht das Problem des Übergewichts in den Endpositionen am Anfang und am Ende des Scanvorgangs. Dies könnte zum Klemmen in der Scanner-Mechanik führen. Abhilfe schaffen hier zwei kleine Stützrollen, die das Magazin unterstützen und vor und hinter dem Scanner positioniert werden:

Die Rollen laufen in kleinen Holzblöckchen, bestehen aus einem gedrehten Messingkern auf einer 1,5mm-Stahlachse und sind mit einer Mossgummihülle überzogen (aus meinem Materiallager, das vom Ausschlachten der verschiedensten Geräte her stammt):

Die Welle ruht in einem Schlitz, in dem zwei M2-Schrauben eingelassen sind, mit denen die Rolle in der Höhe und Neigung genau eingestellt werden kann:

(Einstellschrauben, Rolle mit Welle aus dem Lagerschlitz gehoben)

Die Neigung der Rolle entspricht der leichten Schräglage des Magazins im Scanner.
 
An der Unterseite der Holzblöckchen wurden Moosgummi-Stückchen aufgeklebt, damit sie im Betrieb nicht wegrutschen können:

Mit diesen Vorrichtungen läuft das "King-Size-Magazin" bisher problemlos durch den Scanner. Ich würde allerdings dringend empfehlen, das Magazin nicht überwiegend mit glasgerahmten Dias zu bestücken, da dadurch das Gewicht des Magazins so hoch wird, dass die Scanner-Mechanik überfordert würde. Bei glasgerahmten Dias bleibt es daher aus Sicherheitsgründen beim 50er-Magazin.
 
Den Scanner habe ich im Betrieb auf ein Grundbrett gestellt und die Stützrollen davor und dahinter ohne weitere Befestigung positioniert (siehe oberes Bild). So kann leicht ein Nachjustieren der ganzen Anordnung erfolgen. Die durch Versuche ermittelte beste Position der Stützen kann mit Markierungen auf dem Brett gesichert werden. So lässt sich das ganze nach getaner Arbeit leicht wieder abräumen und verstauen. Die Stützrollen passen zum Aufbewahren mit unter die Staubschutzhaube des Scanners.
 
Das Magazin wird sehr zügig durch zweimaliges Umschütten mithilfe von zwei leeren Universal-Magazinen als "Zwischenstation" (damit die Richtung der Dias gewahrt bleibt) gefüllt und wieder entleert. Mit einiger Übung gelingt das sogar, ohne dass Bilder daneben fallen!
 
Ich denke, diese kleine Bastelei verbessert die Nachtproduktivität des Scanners ganz erheblich!

Informationen: Wer Fragen zu diesem Beitrag hat kann sich per E-Mail direkt an Werner Knopf wenden: wek (at) wek-bahn.com

Generelle Fragen, eigene Gastbeiträge usw. wie immer direkt an mich: digitdia (at) gmx.de

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Stand: 16.03.12